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Literarischer Rundgang - Lyrik im Park

Um eine Attraktion reicher ist der Steyrer Schlosspark dank einer Initiative des Steyrer Marlen Haushofer Literaturforums. In Zusammenarbeit mit der HTL-Steyr Art & Design entstand ein literarischer Rundgang durch den malerischen inneren Park, beginnend und endend bei der Orangerie.

Auf insgesamt 8 Stelen werden bislang 13 Park-Gedichte – zwölf von österreichischen und insbesondere oberösterreichischen LyrikerInnen – aus der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts und dem begonnenen 21. Jahrhundert präsentiert.

Nach einer Stele der Stadt Steyr, begleitet von »Die Kunst hilft dem Kopf sich vom Ballast des Verstandes zu befreien« (Michaela Frech), eröffnet das programmatische Parkgedicht der Moderne Komm in den totgesagten park  [1897] von Stefan George den lyrischen Weg.

Allen Beiträgen gemeinsam ist die lyrisch literarische Erkenntnis: Ein Gedicht (insbesondere nach 1945) hat die bescheidene Aufgabe mit einer Handvoll Worten vieles zu sagen und, so könnte man anfügen, daher gleichzeitig auch vieldeutiges. Auf A3 Hochformat in lesbarer Schriftgröße auf eine bestimmte Entfernung hin Texte zu projezieren, verlangt eine bestimmte äußere Form des Sagbaren einzuhalten. Alles zu viel würde den Rahmen sprengen, nicht nur sprichwörtlich sondern auch buchstäblich.

Daran haben sich neben Stefan George (Deutschland), H.C. Artmann (Salzburg), Till Mairhofer und Dora Dunkl (Steyr), Klaus Wieser (Bad Hall), Waltraud Seidlhofer und Ines Oppitz (Wels). Elfriede Mayröcker, Ernst Jandl, Peter Rosei (Wien), Gustav Janus (Kärnten) sowie Erwin Einzinger und Hans Eichhorn (Kirchdorf) gehalten.

Till Mairhofer, der Obmann des Marlen Haushofer Literaturforums, hat seinen Rundgang mit allen Gästen nach der Enthüllung der literarischen Stelen wie folgt begonnen. „Voranstellen möchte ich eine kurze Inhalts-angabe unseres Weges in lyrischer Form, die zeigen soll, warum aus meiner Sicht die Stelen in der vorliegenden Reihenfolge Aufstellung fanden.“


Was die Stelen erzählen:

eingebettet
zwischen stefan george
und h.c. artmann
wohl einem kontrapunkt

begleitet
wortloses auf der flucht
jederzeit eingeholt von
was auftauchend sich schüttelt

zu straengen gebunden
die langsame drehung
der wagenräder

zu sitzen zu denken
zu schlafen zu träumen
bein zu sein für blumen

stolz gewesen? das ist vorbei
im sternbild des wachsens wohnend
während im nahen festsaal
das orchester flotte weisen spielt

das licht aber noch dunkler
vom kälterwerden erzählt und
von leeren bänken


© Till Mairhofer, Okt. 2016

 

 

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